Alpha est et O

Wie es überhaupt dazu kam, dass wir die Rikke gekauft haben.

Die Rikke war eine zeitlang und bis zum 24. Mai 2013 als Bestattungsschiff unterwegs. Diese letzte Fahrt war dann die, bei der meine Mutter in der Ostsee beigesetzt wurde. Es war sehr schwer für mich zu erkennen, dass ich keinen Ort haben würde, an dem ich mich auch für den Rest meines Lebens mit ihr austauschen würde können.
So entstand schnell der Wunsch in mir, die Rikke als Verbindung zwischen dem unbetretbaren Ort auf der Ostsee und mir zu haben.
Die durchweg so schöne Erfahrung mit Georg Conradi, dem damaligen Eigner des Schiffs, der uns auf der schweren Fahrt sehr beistand, und der schon damals zu einem Freund von uns wurde, soweit man so rasch davon so sprechen darf, tat ihr übriges. Und rasch beschlossen wir, dass Schiff zu erwerben, das schon damals zum Verkauf stand; weil Georg Conradi dabei war, ein anderes zu übernehmen (die „Zwillinge von Kappeln“ im Lübecker Museumshafen).

Trotzdem es eine schwere Zeit für mich war, habe ich im Sommer 2013 den notwendigen Führerschein für das Schiff gemacht und begonnen, mich von Georg Conradi an das Schiff heranführen zu lassen. Es muss nämlich unbedingt auch erwähnt werden, wieviel Liebe und Hingabe er in das Schiff gesteckt hat, seitdem es seins war. Und ich habe stets versucht, in seinem Sinne dem Schiff weiterhin die Pflege und Zuwendung angedeihen zu lassen, die es bis dahin schon erhalten hatte.

rikke_fahrt

Nun…

So sehr ich hoffte, dass es mir vergönnt sein würde, noch so einige Fahrten mit der Rikke zu machen, sie kennen zu lernen und auch anderen Menschen die Großartigkeit vermitteln zu können, auf dem Meer zu sein, die Wellen, den Wind, die Natur des Wassers zu spüren und sich daran wieder zu erinnern, so schwer viel es mir, mich jetzt schon von dem schönen Schiff trennen zu müssen.
Kaum etwas jedenfalls lässt mich das Leben mit seinem unweigerlichen Ende mehr erspüren und ertragen und glücklich erscheinen, als die Unendlichkeit des Wassers; neben der Unendlichkeit des Alls als seinen Spiegel.